Therapieformen   

 

----------Die Klassische Massage ----------

Massage ist die älteste und einfachste medizinische Behandlungsweise. In traditionellen Kulturen, insbesondere im Osten gilt es als selbstverständlich, dass regelmäßige Massagen Menschen jeden Alters gut tun. Bei uns im Westen ist der Wert der Massage in der Sportwelt immer anerkannt worden, auf anderen Gebieten aber hat sie sich erst jüngst durchgesetzt. Heute wird der therapeutische Wert der Massage in der ganzen westlichen Welt sowohl von Laien, als auch von Fachleuten anerkannt. In der heutigen Zeit haben wir oft Angst uns berühren zulassen. Die Wissenschaft aber beweist, wie wirksam Berührungen sind und diese auch eine zentrale Bedeutung bei der Massage darstellen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte der Schwede Per Henrik Ling das, was heute als klassische Massage bekannt ist. Ein System aus Gymnastik, Physiologie und den chinesischen, ägyptischen, griechischen und römischen Techniken.

Bei der klassischen Massage werden in Reihenfolge Streichungen, Reibungen Hautverschiebungen, Knetungen, Klopfungen, Schüttelungen und Vibrationen angewendet. Je nach Indikation und bestimmter Grifftechniken werden hyperämisierende (durchblutungsfördernde), tonisierende und schmerzlindernde Wirkungen erzielt.

Durch kräftiges Streichen, Kneten und Reiben werden selbst große Muskelgruppen wieder geschmeidig weich und gut durchblutet, und der Stoffwechsel wird angeregt. Die Massage sollte keine Schmerzen verursachen, weil die Muskulatur sonst in eine Abwehrspannung fällt und die Wirkung ausbleibt.

Wirkungen:· Durchblutungssteigerung (Hyperämie) · Tonusregulierung der Muskulatur · Beschleunigt Resorption von Stoffwechselschlacken · Flüssigkeitsverschiebung in den Gefäßen und Geweben · Reflektorische Wirkung (Fernwirkung auf andere Organe des Körpers) · Psychische Wirkung (beruhigend oder belebend)

 

---------- Die Sportmassage ----------

Bei der Sportmassage handelt es sich um eine spezifische Massagetechnik für Sportler. Die Massagegriffe sind hauptsächlich von der Klassischen Massage abgeleitet. Druck und Tempo der Massage hängt dabei vom Zeitpunkt der Behandlung ab (Vor- oder Nachwettkampf).

Die Sportmassage ist für Hobbysportler genauso wichtig wie für Wettkämpfer und Spitzenathleten. Sie steigert das Leistungsvermögen , beschleunigt die Regeneration und verringert das Verletzungsrisiko.

 

---------- Die Bindegewebsmassage ----------

Die Bindegewebsmassage ist eine relativ junge Richtung der Massage. Die Bindegewebsmassage wird nicht nur zur Behandlung, sondern auch zur Diagnose von Erkrankungen eingesetzt.

Philosophie / Entstehungsgeschichte

Die moderne Bindegewebsmassage wurde Ende der 20er Jahre von der Krankengymnastin Elisabeth Dicke entwickelt. Frau Dicke litt selbst an einer Behinderung, die zu einer Beinamputation hätte führen können. In ihrer Verzweiflung behandelte sie ihre heftigen Rückenschmerzen durch intensives Streichen am Beckenkamm und am Kreuzbein. Darauf verspürte sie in ihrem kranken, gefühllosen Bein unerwarteterweise ein Kribbeln und Stechen, die Schmerzen besserten sich.

Bei der Bindegewebsmassage geht man davon aus, dass bei Erkrankungen der inneren Organe Spannungsunterschiede im lockeren Bindegewebe der Unterhaut entstehen. Diese Spannungen versucht der Maßneur zu beheben, indem er zunächst die Spannung im Bindegewebe ertastet, beurteilt und danach auszugleichen versucht.

Technik der Bindegewebsmassage

Die Grundlage der Bindegewebsmassage ist der Tastbefund des Gewebes. Dabei versucht der Therapeut folgende Fragen zu beantworten:

Wie hoch ist der Flüssigkeitsgehalt des Gewebes? Finden sich Rheumaknötchen in der Unterhaut? Bestehen Spannungsunterschiede in der Muskulatur? Danach reizt er alle Gebiete mit einer verminderten Spannung mittels einer besonderen Massagetechnik, bis es zum Spannungsausgleich kommt. Durch die Bindegewebsmassage sollen auch Organe im Körperinnern beeinflusst und deren Funktionen verbessert werden. Die Massage wird zwei- bis dreimal pro Woche durchgeführt und dauert etwa 10 bis 15 Minuten.

Wie kann die Bindegewebsmassage eingesetzt werden?

Mit der Bindegewebsmassage wird versucht, neben der örtlichen Wirkung auch entfernt liegende Gebiete und Organe günstig zu beeinflussen. Folgende Beschwerden sollen gut auf diese Massagetechnik ansprechen:

- Magen-Darmstörungen nach Entzündungen
- Leber- und Gallenbeschwerden nach einer Leberentzündung
- Schmerzen verschiedener Art, zum Beispiel Migräne
- Menstruationsbeschwerden
- rheumatische Erkrankungen (Gelenkschmerzen)
- Durchblutungsstörungen der Beine
- nicht entzündliche Venenleiden, zum Beispiel Krampfadern
- Nebenwirkungen / Vorsichtsmaßnahmen

Bei den folgenden Erkrankungen sollte eine Massage erst nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen:

- Gefässerkrankungen
- akute Entzündungen und Infektionskrankheiten
- Krebserkrankungen
- fieberhafte Erkrankungen
- Herz-Kreislaufprobleme
- Blutungsneigung
- Venenentzündungen

---------- Die Fussreflexzonenmassage ----------

Die Fußreflexzonenmassage ist eine sehr beliebte Massagetechnik, bei der durch die Behandlung der Füsse der gesamte Körper beeinflusst werden soll.

Philosophie / Entstehungsgeschichte

Im Jahre 1913 begründete der amerikanische Arzt Dr. William Fitzgerald die Fußreflexzonenmassage. Er teilte den menschlichen Körper in zehn Längszonen und drei waagrechte Zonen ein, die proportional auf die Fußsohle übertragen wurden. Dr. Fitzgerald ging davon aus, dass jede Zone auf der Fußsohle mit einem Organ in Verbindung steht («Reflexzone»). Wenn ein Organ erkrankt ist, soll der Druck auf die entsprechende Reflexzone am Fuß einen Schmerz auslösen. Durch die Fußreflexzonenmassage werden die Organe besser durchblutet, die gestaute oder blockierte Lebensenergie beginnt wieder zu fliessen. Ausserdem soll die Massage die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen.

Technik der Fußreflexzonenmassage

Nach einer kurzen Befragung durch den Therapeuten legt sich der Patient in Rückenlage auf eine Behandlungsliege. Der Masseur beurteilt die Füsse zuerst durch Ansehen (Beschaffenheit des Gewebes, Haut- oder Nagelauffälligkeiten), danach durch systematisches Betasten der Fußsohle. Welche Organe besonders belastet sind, erkennt der Therapeut an den Reaktionen des Patienten und am Tastbefund. Nun zeichnet er die kritischen Zonen auf eine Karte auf, die ihm bei den Folgebehandlungen als Gedächtnisstütze dient. Danach beginnt er mit der Massage der Fußsohle, wobei besonders die belasteten Reflexzonen behandelt werden. Die Erstbehandlung dauert in der Regel 60 Minuten, die folgenden Behandlungen sind meistens etwas kürzer. Wichtig nach jeder Massage ist die Nachruhe, während der jeder Patient 10 bis 20 Minuten ungestört liegen soll.

Wie kann die Fußreflexzonenmassage eingesetzt werden

Die Fußreflexzonenmassage eignet sich gut zur Behandlung der folgenden Beschwerden:

- Rheumatische Erkrankungen (Gelenkschmerzen)
- Kreislaufprobleme
- Verdauungsstörungen
- Menstruationsschmerzen
- Kopfschmerzen und Migräne
- Verspannungszustand
- Heuschnupfen
- Erkältungen
- Blasenentzündung


Nebenwirkungen / Vorsichtsmaßnahmen

Zu Beginn der Behandlung können in manchen Fällen unangenehme Reaktionen auftreten. Diese Zustände sind aber im Grunde positiv zu werten, denn sie gehören zum Heilungsprozess und verschwinden meistens nach kurzer Zeit wieder. Zu den häufigsten Reaktionen gehören:

Erstverschlimmerung der Beschwerden Schlafstörungen oder Nervosität Reaktionen der Ausscheidungsorgane (Durchfall oder Harndrang) In der Regel sind bei der Fußreflexzonenmassage keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Bei bestimmten Erkrankungen sollte diese Therapieform jedoch nicht eingesetzt werden:

- bei akuten Entzündungen der Venen
- bei akuten Infektionen oder hohem Fieber
- bei Erkrankungen, die sich durch eine Operation besser behandeln lassen (zum Beispiel Gallensteine oder chronisch entzündete Mandeln)
- bei rheumatischen Erkrankungen der Füsse
- bei schweren Durchblutungsstörungen der Füsse mit offenen Wunden oder Absterben von Gewebe
- bei starken Schmerzen an den Füssen infolge von Verletzungen
- während der Schwangerschaft